Arbeiten in australischen Unternehmen

Oft lese ich, dass die Australier nur kurze Stunden arbeiten und den Rest des Tages am Strand verbringen. . . die habe ich noch nicht getroffen. Ich will nicht sagen, dass es die gar nicht gibt, aber es kommt sicher auf den Beruf an. Also falls jemand an’s Auswandern denkt, sollte er sich erstmal schlau machen, was so die Arbeitsbedingungen im gewuenschten Beruf sind, um Enttaeuschungen zu vermeiden.

Als ich in Buero’s arbeitete waren die Arbeitsstunden oft von 8 Uhr bis um 17 Uhr und man ass irgendwann Mittag, das war’s aber was Pausen betraf. Aber es wurde gern mal in der Kueche mit nem Becher Kaffee geschnattert bis einer der Chef’s rein kam und alle beschaeftigt taten, sich unauffaellig umdrehten, noch schnell ihren Kaffee umruehrten und sich wieder an ihren Arbeitsplatz machten. Also nicht anders als in Deutschland 😉

Ich habe einige Jahre in der Baubranche gearbeitet. Hier geht es morgens um 7 Uhr los und oft wird ein guter 10- 12 Stunden Tag erwartet, (die Anfahrt dauert auch noch 30-60 Minuten, da bleibt nicht viel Zeit zum Surfen). Arbeitet man dort im Buero kann man sicherlich Mittag machen. Die Ingenieure essen aber oft ihren Sandwich im Auto, waehrend sie ueber die Baustelle fahren, um nach dem Rechten zu sehen. Sie arbeiten von Montag bis Freitag „lange Tage“ und samstags nur „kurz“ von 7Uhr – 14Uhr (fuer andere Berufe ist das ein ganzer Tag).

Bisweilen habe ich in Australien immer in Grossraumbuero’s gearbeitet. Fuer vertrauliche Angelegenheiten bucht man sich dann einen der Meeting Raeume. Nach meinem eigenen Buero in Deutschland, war dies auf jeden Fall gewoehnungsbeduerftig. Gewoehnungsbeduerftig war auch, dass man alle, sogar seinen Chef nur mit Vornamen anspricht und einfach ohne Termin an seiner Sekretaerin vorbei in sein Buero spazieren kann (wenn die Tuer offen ist).

Seit meiner Ausbildung und in all den Jahren, die ich in Deutschland gearbeitet habe, wurde immer viel Wert darauf gelegt, dass man sich am Telefon richtig meldet mit Firmennamen, Namen und „Guten Tag“, hier ist das nur Gang und Gebe fuer die Rezeptionisin. Alle anderen melden sich wenn man Glueck hat mit ihrem Namen oder einfach nur „Hello!?“. In Deutschland haben wir immer genau besprochen, wer wann in die Pause geht, damit auch immer das Telefon besetzt ist und der Anrufbeantworter wurde nur im Notfall eingeschaltet, wenn’s wirklich nicht anders ging. Hier sind oft alle nicht am Platz, das Telefon vergisst man meistens umzustellen und den Anrufbeantworter machen wir lieber nicht an, die rufen schon wieder an, wenn’s wichtig ist.

„Don’t worry mate!“

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