Was macht einen ‚typischen Australier‘ aus?

Ist Euer Australientrip geplant? Alles bis ins letzte Detail? Habt Ihr Euch die besten Tips im Reisefuehrer markiert? Ihr seid also super vorbereitet. Wisst Ihr denn was fuer ein Menschenschlag Euch in down under erwartet? Oder habt Ihr Euch schon immer gewundert, was einen ‚typischen Australier‘ ausmacht?

Surfer

Seit zehn Jahren wohne ich nun schon in Australien und bin mit einem Australier verheiratet. Ueber die Jahre haben wir oft ueber die kleinen aber feinen Unterschiede unserer Kulturen gelacht. Heute moechte ich Euch mal den ‚typischen Australier‘ vorstellen. Falls Euch noch was einfaellt, hinterlasst bitte einen Kommentar.

Die Australier

  1. sind ein sehr entspanntes Volk.
  2. leben frei nach dem Motto „Wird schon werden, Kumpel!“
  3. fragen wie es einem geht, wollen es aber gar nicht wirklich wissen.
  4. zwinkern einem zu und denken sich nichts dabei. Es ist nur eine andere Art des „Hallo“. Sie gruessen auch gerne Fremde.
  5. sagen so oft „Bitte“, „Danke“ und „Entschuldigung“, dass ich mir oft nicht sicher bin, ob sie eigentlich wissen wofuer. Sie finden die Deutschen oft unhoeflich, weil wir diese Woerter nicht so oft gebrauchen. Also vor dem naechsten Urlaub uebt schoen „You’re welcome!“, „Thank you“, „Please“ und „Sorry“ und sagt es mindestens zweimal in jedem Satz, dann solltet Ihr keine Probleme bekommen.
  6. halten sich nicht gern an Regeln und werden sehr kreativ, wenn sie ihre Grenzen testen.
  7. sind eher unpuenktlich. Eine ungeschriebene Regel ist, man faehrt/geht erst zum verabredeten Zeitpunkt los. Bei der Arbeit ist es nicht unbedingt anders (kommt drauf an, wo man arbeitet).
  8. sind ein recht pruedes Volk.
  9. haben keine ‚Brueste‘ oder andere nackte Koerperteile auf ihrer Fernsehzeitung! Und auch keine stoehnenden Call Center Werbungen im Fernsehen. Zum Glueck!
  10. wissen, dass Du Tourist bist, wenn Du a) im ‚Winter‘ bei 20 Grad im Bikini am Strand liegst oder b) oben ohne am Strand liegst (grosses NO NO).
  11. sitzen in Badesachen in der Sauna und werden ganz ‚rot‘, wenn man ihnen erzaehlt, dass man in Deutschland nix in der Sauna traegt.
  12. haben Einzelkabinenduschen in Sportstudios und grosse Angst, dass man ihnen etwas wegguckt!
  13. schluffeln fuer ihr Leben gern in a) Flip Flops im Sommer oder b) Ugg Boots im Winter. Vor zehn Jahren hab ich gedacht, es kann doch nicht angehen, dass die alle in Uggboots zum Supermarkt gehen, nun hab ich aber gehoert der Trend hat’s auch nach Deutschland gemacht. Ihr geht alle in australischen Hausschuhen vor die Tuer!
  14. fahren links und wie sie wollen (siehe Punkt 6). Kinder lernen das Fahren von ihren Eltern – Halleluja!
  15. fahren ueberall mit dem Auto hin, sogar bis an den Spielrand beim Fussball (kein Spass!)
  16. meinen der Freeway heisst ‚free way‘, weil man fahren kann wie man will. (Das hat tatsaechlich mal jemand zu mir gesagt!)
  17. duerfen nur hoechstens 110 km/h fahren.
  18. koennen nicht ‚einfaedeln‘ beim Fahren. Vorsicht ist geboten! Es endet immer mit Stau – ein Phaenomen! Glaub das hat mit Punkt 14. zu tun. Wenn Mama/Papa das nicht kann, dann hat der Nachwuchs keine Chance! Oder doch eher mit Punkt 6, vielleicht machen sie es nur, um die anderen zu aergern? Wer weiss!?
  19. lieben aber trotzdem schnelle Autos. Das hab ich bis heute noch nicht verstanden. Da sitzt jemand im Porsche und darf nicht mal richtig durchtreten. . . was fuer eine Verschwendung und vor allem wie frustrierend, wenn man weiss wie viel Spass es eigentlich machen koennte!
  20. lieben ihren Vierradantrieb, auch wenn sie in der Stadt wohnen
  21. moegen keine Raeder auf der Strasse.
  22. winken den Bus ran und bedanken sich beim Busfahrer, wenn sie aussteigen „Thanks mate!“ Das finde ich total super! Beim naechsten Deutschlandtrip werde ich das mal machen und freu mich schon jetzt auf das verdatterte Gesicht. Aber es ist wirklich ein sehr netter Brauch!
  23. haben oft bis zu vier Kindern.
  24. schicken ihre Kinder schon ab sechs Monaten zum Schwimmunterreicht. Ab zwei Jahren lernen viele schon das Kraulen.
  25. koenen ihre Kinder nennen wie sie wollen. Es gibt jeden Namen in zig Schreibweisen. In meiner Geburtshilfegruppe war ein Paar, die sagten wir haben den Namen aus den Buchstaben unserer beiden Namen zusammengestellt. Es war irgendwas unausprechbares. Na, da hat der Zwerg ja Glueck gehabt 😉
  26. sind stolz auf ihr Land und feiern ordentlich vor allem am Australia Day (26.1)
  27. wissen nicht wann die Queen Geburstag hat. Es gibt einen Feiertag, der heisst „Queen’s Birthday“ und wird in jedem Staat an einem anderen Tag/anderen Monat gefeiert
  28. holen ihren Feiertag am kommenden Montag nach, wenn er auf ein Wochenende faellt. Also gibt es immer ein langes Wochenende, wenn ein Feiertag naht. Was fuer eine super Erfindung!
  29. haben keinen „Personalausweis“.
  30. kennen keine Gemuetlichkeit, es gibt nicht mal ein richtiges Wort dafuer.
  31. stapeln so viel Essen wie moeglich auf den Teller anstatt ein bisschen zu nehmen und dann nach zu nehmen. Unding!
  32. essen morgens frueh „Breakfast“ (Fruehstueck), dann gegen zehn gibt’s „Morning tea“ (einen suessen Snack) zum „Lunch“ gibt’s Sandwich oder eine kleine Mahlzeit, dann gibt’s gegen 3 „Afternoon tea“ (nochmal wie morning tea) und abends gibt es dann was Warmes
  33. lieben ihr Vegemite. Die Liebe versteh ich bis heute nicht! Ein salziger, hefehaltiger Brotaufstrich, der fuerchterlich riecht. In unserem Haushalt wird das Glas so gut wie nie geoeffnet und wenn, dann ist der Deckel in Windeseile wieder drauf. Ich bleib da doch lieber bei Nutella!
  34. haben „Grillen“ zum Nationalsport gemacht. Je groesser der Gasgrill, desto besser!
  35. sind Sandwich Kings! Keiner macht so gute Sandwiches wie die Australier! ;o)
  36. knueddeln den Schinken an der Fleischtheke so sehr, dass man ihn fast nicht wiedererkennt – appetietlich ist das nicht (aber essbar).
  37. sind grosse Fans der asiatischen Kueche. Lecker!
  38. sind unentschieden, ob sie zu Weihnachten ihr Festessen warm oder kalt moegen. Viele grillen oder essen Meeresfruechte und andere moegen ihren warmen Truthahn aus dem Ofen. Der Weihnachtsschinken gehoert aber fast bei allen dazu.
  39. essen ihr Weihnachtsessen mit Papierkronen auf dem Kopf und erzaehlen sich ‚Witze‘ aus den BonBons, die hier zur Weihnachtstradition gehoeren.
  40. machen Geburtstagskuchen so bunt, dass man sich als Deutscher wundert, ob er ueberhaupt essbar ist!
  41. koennen auch ohne Quark (ist hier eher eine Delikatesse und fuerchterlich teuer) einen leckeren Kaesekuchen machen.
  42. moegen Chips in den wildesten Geschmacksrichtungen, Essig und Salz, Huehnchen und sind grosse Fans von Dips und Crackern. Tzaziki wird hier als Dip verwendet, wenn ich es zum Fleisch reicht sind die australischen Besucher meist etwas irritiert.
  43. bekommen ihren Einkauf an der Kasse eingepackt. So entspannend!
  44. sagen nach zwei Tagen Regen „Es regnet seit Wochen!“ und wissen gar nix anzufangen. Sobald es aufhoert sind wieder alle draussen unterwegs.
  45. haben keine Ritze im Bett!
  46. lachen sich kringelig, wenn jemand eine ’normale Badehose‘ anhat. Hier traegt man fast nur Shorts.
  47. meinen als Deutsche/r darf man nicht frieren.
  48. haben meistens keine Heizung und schon gar keine Doppelverglasung – da kann’s im Winter schon mal kalt werden.
  49. ziehen nicht mit Kueche, Gardinen und Lampen um. Das bleibt alles im Haus/in der Wohnung.
  50. haben oft Kakerlaken in der Wohnung, aber das heisst nicht, dass sie dreckig sind!
  51. interessieren sich nicht wirklich fuer Politik. Wahlen sind Pflicht, sonst wuerde sie wahrscheinlich keiner vom Strand locken.
  52. machen sich fuer’s Casino und Pferderennen nicht schick! Man kann in kurzer Hose und Schlappen gehen. Mensch war ich beim ersten Casinobesuch enttaeuscht.
  53. machen eine Ausnahme und kandiedeln sich fuer den ‚Melbourne Cup Day‘ (grosses Pferderennen im November) richtig auf. Auch wenn Leute nicht direkt zum Rennen gehen, wird in jeder Stadt gross gewettet, viele Firmenorganisieren einen Fernseher, um das Rennen zu sehen oder gehen mit den Kollegen in die naechste Kneipe.
  54. sind ganz gross im Wetten: Pferderennen, Hunderennen, Autorennen. . . wo auch immer man sein Geld loswerden kann, sind sie dabei.
  55. feiern ihren Geburtstag an dem Wochenende, das naeher zum Geburtstag ist oder wenn es ihnen am besten passt. Da gibt es keine „Das bringt aber Unglueck Theorien“.
  56. freuen sich wenn man an ihren Geburstag denkt, egal, ob es zwei Tage vorher oder drei Wochen nachher ist. Sie freuen sich einfach, dass man an sie gedacht hat.
  57. laden das Geburtstagskind zum Essen ein. Ich finde das total super, man laedt alle seine Freunde zum Geburtstag ein und geht in ein schoenes Restaurant. Jeder bezahlt ein paar Dollar mehr, so dass das Geburtstagskind nichts zahlt. Macht doch auch viel mehr Sinn, als das man zu seinem Geburtstag einen Kleinkredit aufnehmen muss, nur damit man mit seinen Freunden feiern kann!
  58. lieben Verkleidungsparties! Nicht nur Kinder, nein auch Erwachsene!
  59. ziehen sich fuer den deutschen Geschmack eher ’schrill‘ an, um auszugehen.
  60. haben oft krass pinke Braufjungfernkleider. Und dann ja oft gleich sechs davon nebeneinander, da braucht man eine Sonnenbrille! 😉
  61. brauchen nur ‚einmal‘ heiraten. (es gibt nicht das ‚Standesamt‘ in dem Sinne)
  62. sind im Vergleich zu den Deutschen eher klein.
  63. lieben alles was man draussen machen kann und vor allem Sport.
  64. lieben Lycrafahrradsachen. Es gibt wenige die nur zum Spass Fahrrad fahren, die meisten sehen gleich aus, als ob sie gerade an der Tour de France teilnehmen.
  65. sind total verrueckt nach Rugby und Cricket. Fussball ist nicht so heiss begehrt.
  66. brauchen keine Platzreife fuer den Golfplatz und koennen sehr guenstig spielen, genauso wie Tennis. Ist total super! Die Golfplaetze sind manchmal mit atemberaubendem Ausblick!Golfplatz
  67. koennen ueber sich selbst lachen.
  68. zeigen „ihre Zaehne“ fuer’s Foto, wenn sie lachen. Sie gucken nicht so ernst wie wir Deutschen. (Das brauchte einige Ueberwindung und Jahre der Uebung!)
  69. sind Weltmeister im Abkuerzen. (darling=darl; afternoon=arvo etc und jeder Name wird abgekuerzt oder man bekommt einen neuen Spitznamen).
  70. reisen gern in ihren vier Urlaubswochen und auch weit weg. Im Gegensatz zu uns Deutschen sind sie daran gewoehnt, dass alles weit weg ist und das ist eben mit hoeheren Kosten und laengeren Flugzeiten verbunden.
  71. nehmen sich nicht zu ernst. Viele haben studiert, aber davon steht nichts auf ihrer Visitenkarte. Scheint nur bei Doktoren wichtig zu sein.
  72. sind sehr hilfsbereit.
  73. machen viel Freiwilligenarbeit ohne Bezahlung. Hut ab! Bei sportlichen Wettbewerben sind die alle so heiss darauf dabei gewesen zu sein, dass es oft mehr Freiwillige gibt als Jobs. Bei der Fussballweltmeisterschaft in Deutschland war das ja nicht so ganz so, wenn ich das richtig gehoert hab!?
  74. organisieren „Sausage sizzles“ (Grillen Wuerstchen) fuer jeden guten Zweck.
  75. sind sehr grossherzige Menschen.

Wow, schon 75 Markenzeichen eines „typischen Australiers“, das ging recht flott. Im grossen und ganzen sind die Australier herzensgute, lebenslustige Menschen, die fuer jeden Spass zu haben sind, vor allem wenn der draussen stattfindet. Wenn man mit ‚Please‘ und ‚Thank you‘ ausgeruestet nach Australien kommt, kann so gut wie nichts schief gehen.

Denkt nur dran ‚Augen auf im Strassenverkehr!‘ und „Don’t worry mate!“

BB2013-PCA-vote

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4 Gedanken zu „Was macht einen ‚typischen Australier‘ aus?

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