Magnetic Island

Wir sind mal wieder auf Magnetic Island, es ist wunderschön. Jedes Mal.
Aber ich muss zugeben, dass ich dieses Mal etwas nervös war als wir uns auf den Weg machten, weil es einen Cyclone gab, der die gleiche Idee hatte. Die Einheimischen freuten sich auf den Regen, weil es seit Monaten nicht geregnet hat. Die Boote wurden gesichert, die Strände gesperrt und …. der Cyclone drehte um und wart nicht wieder gesehen bevor er die Küste erreichte. Kein Regen. Kein Sturm!

Ich muss sagen, ich war erleichtert. Auch gefällt es mir super, dass es bewölkt ist, da die Sonne einem hier wirklich ‚ein Loch in die Haut brennen kann‘ und die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass meine Haare ganz kringelig werden.

Apropros Haare, gestern Morgen besuchte uns ein Kookaburra auf dem Balkon. Kookaburra’s sind recht kompakte Vögel mit einem grossen scharfen Schnabel. Schlangen stehen auf ihrem Menü, die sie geschickt mit einer schnellen Kopfbewegung gegen einen Baum o.ä. Schlagen, um ihnen den Rücken zu brechen. Unser Frühstücksbesucher hat glaub ich auf Futter gewartet, aber wie man mich so kennt, musste er dann erstmal für ein paar Fotos still halten. Er war recht geduldig, drehte mir dann aber irgendwann den Rücken zu. Und von hinten sehen die Federn fast wie Haare aus, so eine Art Altherrenfrisur.

Ausser Kookaburra’s haben die Kids auch riesen Freude daran die Rockwallabies zu besuchen. Die grünen Ameisen und dicken Motten machen ihnen ein bisschen Angst, aber das Geheule der Curlews finden sie sehr interessant. Auch die grossen Fledermäuse, die Vielfalt an Papageien und giftgrünen Schmetterlinge werden täglich bestaunt. Gestern abend tobten zwei Possums durch den Garten…… auf Magnetic Island ist es ein bisschen wie im Zoo im eigenen Garten. Und ohne Cyclone ist es auch sehr ruhig, so dass wir doch unseren Urlaub geniessen können.

20140311-085814.jpg

20140311-085828.jpg

20140311-085836.jpg

20140311-085904.jpg

20140311-085951.jpg

20140311-090002.jpg

Advertisements

Happy Nikolaus!

Wie auch die vielen deutschen Kinder durften sich meine zwei auf Nikolaus freuen. Gestern abend nach dem Essen wurden fleissig die Sandalen geputzt, damit der Nikolaus auch ja was hinterlaesst. „Aber manchmal war ich gar nicht so brav. . . “ hoerte ich meinen Grossen auf dem Weg ins Bett „meinst Du, der Ruprecht kommt mit dem Stock?“ Ich hatte vergessen, dass er doch so eine zarte Seele hat (selbst „Finding Nemo“ macht ihm Angst), als ich ihm vom Nikolaus und seinem Kumpanen erzaehlte. Nachdem er so besorgt war, hatte ich mit Albtraeumen gerechnet, aber zum Glueck blieben sie aus. Waehrend die Kinder also ganz aufgeregt ins Bett gingen, fing ich an in der Kueche ein paar Stutenkerle zu backen, denn die gehoeren fuer mich zu Nikolaus einfach dazu und die kann man in Australien noch nicht kaufen. Ich fand aber auch gestern raus, dass nicht jeder in Deutschland diese Tradition kennt.

Nikolaus, Advent und Weihnachtsmaerkte gibt es leider nicht in Australien – die ganze weihnachtliche Gemuetlichkeit, die die Kaelte in Deutschland mit sich bringt, fehlt. Die Waerme und Weihnachten passen einfach nicht richtig zusammen. Die Schokolade schmilzt im Adventskalender (der hier auch nicht Gang und Gebe ist) und wenn man sich doch mal durchringt Plaetzchen zu backen, rennt einem der Schweiss von der Stirn. Dank Aldi (die es nun auch in Australien gibt) kann man aber nun wunderbar Lebkuchen, Marzipan, Weihnachtsstollen und Spekulatius ohne grosses Schwitzen geniessen und wenn man einfach seine Augen zu macht und die Nase in die Spekulatiustuete steckt, kann man von weissen Weihnachten traeumen.

Genossen haben die Kinder ihre Stutenkerle heute morgen und es war zu schoen ihre erstaunten und gluecklichen Gesichter zu sehen, als sie die gefuellten Sandalen sahen. Von dem Stock war weit und breit nix in Sicht! Puh, Glueck gehabt!

Einfaches Rezept fuer einen Stutenkerl aus Joghurt/Oel- Teig (anstatt Quark – den gibt’s hier naemlich nicht)

  • 200g Joghurt (oder Quark, dann aber nicht den Gries hinzugeben)
  • 1 Essloeffel Gries
  • 8 Essloeffel Öl
  • 8 Essloeffel Milch
  • 1 Ei
  • 100g Zucker
  • 400g Mehl
  • 1 Packung Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • abgeriebene Zitrone o Orange
  • (Vanillezucker)

Alle Zutaten gut mixen und ausrollen, dann am besten mit einer Lebkuchenmannausstechform ausstechen, ansonsten sehen sie so aus wie meine (handgearbeitet 😉 ). Dann mixt man am besten noch ein Ei mit etwas Milch und bestreicht die Kerle bevor man die Rosinen anbringt. Dann bei 175 Grad fuer 20 Minuten backen. Am leckersten noch warm und vielleicht mit Marmelade.

Guten Appetit und Happy Nikolaus!

Sag mal, bist Du im Zoo?

Bevor ich nach Australien zog – und sogar noch bevor ich ueberhaupt geahnt hab, dass ich jemals nach Australien ziehen wuerde – hatte ich Greg an der Strippe, der zurueck auf die andere Seite der Welt gezogen war, waehrend ich noch fleissig in Muenchen arbeitete. Es war ein eisig kalter Abend in Muenchen, die Schneeflocken fielen zart aus dem Himmel und stapelten sich langsam auf dem Boden und gaben den Baeumen einen zierlichen weissen Rahmen. Ich stehe am Fenster und starre so vor mich hin, geniesse den Ausblick auf diese schoene Winterpracht mit dem Telefonhoerer ans Ohr gepresst und warte darauf Greg’s Stimme zu hoeren. „Greg am Apparat“ hoere ich eine tiefe, sehr vertraute Stimme. Es ist als wuerde ich aus meinem Tagtraum geweckt und ich sage schnell „Hey, wie geht’s Dir? Was hast Du heute so gemacht?“

„Ach, ich hab nur meiner Ma im Garten geholfen . . . “ hoer ich nur so halb, da ich den Hintergrundgeraeuschen lausche. Und Mensch, da war was los! „Sag mal, was sind das denn alles fuer Geraeusche? Bist Du im Zoo?“ frag ich. Bloede Frage eigentlich, ich hab ihn ja bei seiner Ma angerufen . . . komisch. Greg lacht „Nee, ich sitz bei meiner Mama auf dem Balkon. Du kannst die Voegel, Fledermaeuse und Cicadas hoeren.“ „Ci-was?“ „Cicadas, das sind so aehnliche Viecher wie Crickets.“ „Hmmmm, interessant . . . – bist Du Dir sicher, dass Du nicht im Zoo bist?“ Ich kann einfach nicht glauben was da alles im Hintergrund zirpt und wie viele verschiedene Geraeusche es dort gibt.

In den letzten Jahren war ich schon sehr oft in diesem „Zoo“. Es ist ein wunderschoenes Stueckchen Erde – Magnetic Island. Magnetic Island ist eine kleine Insel mit ca. 2500 Einwohnern und mehr als die Healfte der Insel ist National Park. Also kein Wunder, dass es klingt wie im Zoo. Das Haus ist nur wenige hundert Meter vom Strand gelegen und umgeben von Palmen und Mangobaeumen, wo man auch hinschaut. Es ist so friedlich dort, genau der richtige Ort, um sich zu entspannen und touristische Dinge zu unternehmen. Alles was man sich so vorstellen kann auf einer tropischen Insel wie Jetski fahren, am Strand reiten, tauchen . . . .

Das einzige vor dem ich euch warnen muss, sind die Curlews, die mit ihrem Geheul einen Grossteil des „Zooeindrucks“ ausmachen. Falls ihr nicht wisst was Curlews sind, glaubt mir spaetestens wenn ihr im Bett liegt und es ganz dunkel ist, werdet ihr das Geheul dieses Vogels hoeren und euch fragen ‚Was ist das denn????‘ und auf die Bettkannte huepfen. Die hoeren sich fast an wie schreiende Babies und wenn man sie noch nie gehoert hat, ist es schon ein wenig gespenstisch. ‚Voegel also!?‘ denkt ihr sicherlich (oder ‚Die hat doch nen Vogel!‘) nachdem ihr gerade im Reisefuehrer ueber Spinnen und Schlangen  gelesen habt und wenn man ‚richtig Glueck‘ hat, dann sieht man vielleicht sogar ein Krokodil. Wie es mit den meisten gefaehrlichen australischen Viechern so ist – die lassen dich in Ruhe, so lange Du sie in Ruhe laesst. Was ich wirklich nicht verstehe ist, wieso meistens die deutschen Touristen von den Krokodilen gefressen werden, da es eigentlich ueberall Warnschilder gibt (und wo es ein Schild gibt, wurde ein Tier gesehen). Eigentlich folgen wir Deutschen doch immer brav allen Regeln, muss wohl die Abenteuerlust sein, die da mit uns durchgeht! 😉 Kleiner Tip: Wenn ihr ein Warnschild seht, sieht zu, dass ihr da weg kommt!

Magnetic Island (klick here) hat ein grosses touristisches Angebot – fuer jeden Geschmack etwas dabei. Fuer mich ist es einer der schoensten Plaetze der Welt, um einfach nichts zu tun (und im Nichts tun bin ich nicht besonders gut!).

Vor ein paar Monaten rief mich eine Freundin aus Deutschland hier in Newcastle an. „Hey, wie geht’s Dir?“ frag ich und sehr zoegerlich antwortet sie „Ja gut. Sag mal, bist Du im Zoo?“ Die Cicadas zirpten froehlich vor sich hin und ich hoer sie gar nicht mehr.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Was macht einen ‚typischen Australier‘ aus?

Ist Euer Australientrip geplant? Alles bis ins letzte Detail? Habt Ihr Euch die besten Tips im Reisefuehrer markiert? Ihr seid also super vorbereitet. Wisst Ihr denn was fuer ein Menschenschlag Euch in down under erwartet? Oder habt Ihr Euch schon immer gewundert, was einen ‚typischen Australier‘ ausmacht?

Surfer

Seit zehn Jahren wohne ich nun schon in Australien und bin mit einem Australier verheiratet. Ueber die Jahre haben wir oft ueber die kleinen aber feinen Unterschiede unserer Kulturen gelacht. Heute moechte ich Euch mal den ‚typischen Australier‘ vorstellen. Falls Euch noch was einfaellt, hinterlasst bitte einen Kommentar.

Die Australier

  1. sind ein sehr entspanntes Volk.
  2. leben frei nach dem Motto „Wird schon werden, Kumpel!“
  3. fragen wie es einem geht, wollen es aber gar nicht wirklich wissen.
  4. zwinkern einem zu und denken sich nichts dabei. Es ist nur eine andere Art des „Hallo“. Sie gruessen auch gerne Fremde.
  5. sagen so oft „Bitte“, „Danke“ und „Entschuldigung“, dass ich mir oft nicht sicher bin, ob sie eigentlich wissen wofuer. Sie finden die Deutschen oft unhoeflich, weil wir diese Woerter nicht so oft gebrauchen. Also vor dem naechsten Urlaub uebt schoen „You’re welcome!“, „Thank you“, „Please“ und „Sorry“ und sagt es mindestens zweimal in jedem Satz, dann solltet Ihr keine Probleme bekommen.
  6. halten sich nicht gern an Regeln und werden sehr kreativ, wenn sie ihre Grenzen testen.
  7. sind eher unpuenktlich. Eine ungeschriebene Regel ist, man faehrt/geht erst zum verabredeten Zeitpunkt los. Bei der Arbeit ist es nicht unbedingt anders (kommt drauf an, wo man arbeitet).
  8. sind ein recht pruedes Volk.
  9. haben keine ‚Brueste‘ oder andere nackte Koerperteile auf ihrer Fernsehzeitung! Und auch keine stoehnenden Call Center Werbungen im Fernsehen. Zum Glueck!
  10. wissen, dass Du Tourist bist, wenn Du a) im ‚Winter‘ bei 20 Grad im Bikini am Strand liegst oder b) oben ohne am Strand liegst (grosses NO NO).
  11. sitzen in Badesachen in der Sauna und werden ganz ‚rot‘, wenn man ihnen erzaehlt, dass man in Deutschland nix in der Sauna traegt.
  12. haben Einzelkabinenduschen in Sportstudios und grosse Angst, dass man ihnen etwas wegguckt!
  13. schluffeln fuer ihr Leben gern in a) Flip Flops im Sommer oder b) Ugg Boots im Winter. Vor zehn Jahren hab ich gedacht, es kann doch nicht angehen, dass die alle in Uggboots zum Supermarkt gehen, nun hab ich aber gehoert der Trend hat’s auch nach Deutschland gemacht. Ihr geht alle in australischen Hausschuhen vor die Tuer!
  14. fahren links und wie sie wollen (siehe Punkt 6). Kinder lernen das Fahren von ihren Eltern – Halleluja!
  15. fahren ueberall mit dem Auto hin, sogar bis an den Spielrand beim Fussball (kein Spass!)
  16. meinen der Freeway heisst ‚free way‘, weil man fahren kann wie man will. (Das hat tatsaechlich mal jemand zu mir gesagt!)
  17. duerfen nur hoechstens 110 km/h fahren.
  18. koennen nicht ‚einfaedeln‘ beim Fahren. Vorsicht ist geboten! Es endet immer mit Stau – ein Phaenomen! Glaub das hat mit Punkt 14. zu tun. Wenn Mama/Papa das nicht kann, dann hat der Nachwuchs keine Chance! Oder doch eher mit Punkt 6, vielleicht machen sie es nur, um die anderen zu aergern? Wer weiss!?
  19. lieben aber trotzdem schnelle Autos. Das hab ich bis heute noch nicht verstanden. Da sitzt jemand im Porsche und darf nicht mal richtig durchtreten. . . was fuer eine Verschwendung und vor allem wie frustrierend, wenn man weiss wie viel Spass es eigentlich machen koennte!
  20. lieben ihren Vierradantrieb, auch wenn sie in der Stadt wohnen
  21. moegen keine Raeder auf der Strasse.
  22. winken den Bus ran und bedanken sich beim Busfahrer, wenn sie aussteigen „Thanks mate!“ Das finde ich total super! Beim naechsten Deutschlandtrip werde ich das mal machen und freu mich schon jetzt auf das verdatterte Gesicht. Aber es ist wirklich ein sehr netter Brauch!
  23. haben oft bis zu vier Kindern.
  24. schicken ihre Kinder schon ab sechs Monaten zum Schwimmunterreicht. Ab zwei Jahren lernen viele schon das Kraulen.
  25. koenen ihre Kinder nennen wie sie wollen. Es gibt jeden Namen in zig Schreibweisen. In meiner Geburtshilfegruppe war ein Paar, die sagten wir haben den Namen aus den Buchstaben unserer beiden Namen zusammengestellt. Es war irgendwas unausprechbares. Na, da hat der Zwerg ja Glueck gehabt 😉
  26. sind stolz auf ihr Land und feiern ordentlich vor allem am Australia Day (26.1)
  27. wissen nicht wann die Queen Geburstag hat. Es gibt einen Feiertag, der heisst „Queen’s Birthday“ und wird in jedem Staat an einem anderen Tag/anderen Monat gefeiert
  28. holen ihren Feiertag am kommenden Montag nach, wenn er auf ein Wochenende faellt. Also gibt es immer ein langes Wochenende, wenn ein Feiertag naht. Was fuer eine super Erfindung!
  29. haben keinen „Personalausweis“.
  30. kennen keine Gemuetlichkeit, es gibt nicht mal ein richtiges Wort dafuer.
  31. stapeln so viel Essen wie moeglich auf den Teller anstatt ein bisschen zu nehmen und dann nach zu nehmen. Unding!
  32. essen morgens frueh „Breakfast“ (Fruehstueck), dann gegen zehn gibt’s „Morning tea“ (einen suessen Snack) zum „Lunch“ gibt’s Sandwich oder eine kleine Mahlzeit, dann gibt’s gegen 3 „Afternoon tea“ (nochmal wie morning tea) und abends gibt es dann was Warmes
  33. lieben ihr Vegemite. Die Liebe versteh ich bis heute nicht! Ein salziger, hefehaltiger Brotaufstrich, der fuerchterlich riecht. In unserem Haushalt wird das Glas so gut wie nie geoeffnet und wenn, dann ist der Deckel in Windeseile wieder drauf. Ich bleib da doch lieber bei Nutella!
  34. haben „Grillen“ zum Nationalsport gemacht. Je groesser der Gasgrill, desto besser!
  35. sind Sandwich Kings! Keiner macht so gute Sandwiches wie die Australier! ;o)
  36. knueddeln den Schinken an der Fleischtheke so sehr, dass man ihn fast nicht wiedererkennt – appetietlich ist das nicht (aber essbar).
  37. sind grosse Fans der asiatischen Kueche. Lecker!
  38. sind unentschieden, ob sie zu Weihnachten ihr Festessen warm oder kalt moegen. Viele grillen oder essen Meeresfruechte und andere moegen ihren warmen Truthahn aus dem Ofen. Der Weihnachtsschinken gehoert aber fast bei allen dazu.
  39. essen ihr Weihnachtsessen mit Papierkronen auf dem Kopf und erzaehlen sich ‚Witze‘ aus den BonBons, die hier zur Weihnachtstradition gehoeren.
  40. machen Geburtstagskuchen so bunt, dass man sich als Deutscher wundert, ob er ueberhaupt essbar ist!
  41. koennen auch ohne Quark (ist hier eher eine Delikatesse und fuerchterlich teuer) einen leckeren Kaesekuchen machen.
  42. moegen Chips in den wildesten Geschmacksrichtungen, Essig und Salz, Huehnchen und sind grosse Fans von Dips und Crackern. Tzaziki wird hier als Dip verwendet, wenn ich es zum Fleisch reicht sind die australischen Besucher meist etwas irritiert.
  43. bekommen ihren Einkauf an der Kasse eingepackt. So entspannend!
  44. sagen nach zwei Tagen Regen „Es regnet seit Wochen!“ und wissen gar nix anzufangen. Sobald es aufhoert sind wieder alle draussen unterwegs.
  45. haben keine Ritze im Bett!
  46. lachen sich kringelig, wenn jemand eine ’normale Badehose‘ anhat. Hier traegt man fast nur Shorts.
  47. meinen als Deutsche/r darf man nicht frieren.
  48. haben meistens keine Heizung und schon gar keine Doppelverglasung – da kann’s im Winter schon mal kalt werden.
  49. ziehen nicht mit Kueche, Gardinen und Lampen um. Das bleibt alles im Haus/in der Wohnung.
  50. haben oft Kakerlaken in der Wohnung, aber das heisst nicht, dass sie dreckig sind!
  51. interessieren sich nicht wirklich fuer Politik. Wahlen sind Pflicht, sonst wuerde sie wahrscheinlich keiner vom Strand locken.
  52. machen sich fuer’s Casino und Pferderennen nicht schick! Man kann in kurzer Hose und Schlappen gehen. Mensch war ich beim ersten Casinobesuch enttaeuscht.
  53. machen eine Ausnahme und kandiedeln sich fuer den ‚Melbourne Cup Day‘ (grosses Pferderennen im November) richtig auf. Auch wenn Leute nicht direkt zum Rennen gehen, wird in jeder Stadt gross gewettet, viele Firmenorganisieren einen Fernseher, um das Rennen zu sehen oder gehen mit den Kollegen in die naechste Kneipe.
  54. sind ganz gross im Wetten: Pferderennen, Hunderennen, Autorennen. . . wo auch immer man sein Geld loswerden kann, sind sie dabei.
  55. feiern ihren Geburtstag an dem Wochenende, das naeher zum Geburtstag ist oder wenn es ihnen am besten passt. Da gibt es keine „Das bringt aber Unglueck Theorien“.
  56. freuen sich wenn man an ihren Geburstag denkt, egal, ob es zwei Tage vorher oder drei Wochen nachher ist. Sie freuen sich einfach, dass man an sie gedacht hat.
  57. laden das Geburtstagskind zum Essen ein. Ich finde das total super, man laedt alle seine Freunde zum Geburtstag ein und geht in ein schoenes Restaurant. Jeder bezahlt ein paar Dollar mehr, so dass das Geburtstagskind nichts zahlt. Macht doch auch viel mehr Sinn, als das man zu seinem Geburtstag einen Kleinkredit aufnehmen muss, nur damit man mit seinen Freunden feiern kann!
  58. lieben Verkleidungsparties! Nicht nur Kinder, nein auch Erwachsene!
  59. ziehen sich fuer den deutschen Geschmack eher ’schrill‘ an, um auszugehen.
  60. haben oft krass pinke Braufjungfernkleider. Und dann ja oft gleich sechs davon nebeneinander, da braucht man eine Sonnenbrille! 😉
  61. brauchen nur ‚einmal‘ heiraten. (es gibt nicht das ‚Standesamt‘ in dem Sinne)
  62. sind im Vergleich zu den Deutschen eher klein.
  63. lieben alles was man draussen machen kann und vor allem Sport.
  64. lieben Lycrafahrradsachen. Es gibt wenige die nur zum Spass Fahrrad fahren, die meisten sehen gleich aus, als ob sie gerade an der Tour de France teilnehmen.
  65. sind total verrueckt nach Rugby und Cricket. Fussball ist nicht so heiss begehrt.
  66. brauchen keine Platzreife fuer den Golfplatz und koennen sehr guenstig spielen, genauso wie Tennis. Ist total super! Die Golfplaetze sind manchmal mit atemberaubendem Ausblick!Golfplatz
  67. koennen ueber sich selbst lachen.
  68. zeigen „ihre Zaehne“ fuer’s Foto, wenn sie lachen. Sie gucken nicht so ernst wie wir Deutschen. (Das brauchte einige Ueberwindung und Jahre der Uebung!)
  69. sind Weltmeister im Abkuerzen. (darling=darl; afternoon=arvo etc und jeder Name wird abgekuerzt oder man bekommt einen neuen Spitznamen).
  70. reisen gern in ihren vier Urlaubswochen und auch weit weg. Im Gegensatz zu uns Deutschen sind sie daran gewoehnt, dass alles weit weg ist und das ist eben mit hoeheren Kosten und laengeren Flugzeiten verbunden.
  71. nehmen sich nicht zu ernst. Viele haben studiert, aber davon steht nichts auf ihrer Visitenkarte. Scheint nur bei Doktoren wichtig zu sein.
  72. sind sehr hilfsbereit.
  73. machen viel Freiwilligenarbeit ohne Bezahlung. Hut ab! Bei sportlichen Wettbewerben sind die alle so heiss darauf dabei gewesen zu sein, dass es oft mehr Freiwillige gibt als Jobs. Bei der Fussballweltmeisterschaft in Deutschland war das ja nicht so ganz so, wenn ich das richtig gehoert hab!?
  74. organisieren „Sausage sizzles“ (Grillen Wuerstchen) fuer jeden guten Zweck.
  75. sind sehr grossherzige Menschen.

Wow, schon 75 Markenzeichen eines „typischen Australiers“, das ging recht flott. Im grossen und ganzen sind die Australier herzensgute, lebenslustige Menschen, die fuer jeden Spass zu haben sind, vor allem wenn der draussen stattfindet. Wenn man mit ‚Please‘ und ‚Thank you‘ ausgeruestet nach Australien kommt, kann so gut wie nichts schief gehen.

Denkt nur dran ‚Augen auf im Strassenverkehr!‘ und „Don’t worry mate!“

BB2013-PCA-vote

Bitte waehlt fuer mich, falls Ihr es noch nicht gemacht habt. Einfach auf „Vote for me now“ klicken. Vielen Dank!

Was macht man in Rubyvale?

Rubyvale ist ein Miniort in Wupp Wupp mit nur 500 Einwohnern. Warum also die lange Autofahrt im Kuehlwagen? Angeblich kann man hier nach Edelsteinen suchen. Klingt komisch, oder? Aber ich bin ja fuer jeden Spass zu haben, deshalb sind wir hier. Wir kommen abends an und essen Abendbrot im Pub (Kneipe). Es gibt doch tatsaechlich Burger mit roter Beete drauf. Lecker! Rote Beete gehoert bei Sandwich und Burger einfach dazu. Wir schlafen in einer ‚cabin‘ was ich mit einem Kleingartenhaus vergleichen wuerde in Hochbetten (alles sehr einfach gehalten, aber dennoch besser als camping). Morgen wird ein spannender Tag!

Am Morgen ziehen wir unsere aeltesten Jeans an und sehen aus wie die Hotten Tottens. Also fuer Modebewusste ist das hier nix! 😉 Nach dem Fruehstueck machen wir uns auf den Weg zu einem alten Mienenschacht, der nun als „Museum“ dient. Es ist sehr interessant durch die engen Schaechte zu laufen und zu sehen, wie hier die Edelsteine abgebaut wurden. Ich stupse Greg, der vor mir laeuft an „Es ist schwer sich vorzustellen, hier in der Enge den ganzen Tag zu arbeiten!“ „Ja, waere auch nicht mein Lieblingsjob“ sagt er und konzentriert sich wieder darauf wo er hinlaeuft.

Nach unserem Erkundungstrip treffen wir Micheal unseren Tourguide, der uns irgendwo ins Feld faehrt. Ich bin froh, dass es noch andere Teilnehmer gibt, die koennten einen auch einfach hier absetzen und abduesen, kein Mensch wuerde einen hier finden. haha. Michael holt Geraete aus dem Auto, die aussehen wie aus dem Museum. Ich glaub die veraeppeln mich hier. . . was soll man denn damit machen. Und bevor ich weiss was eigentlich los ist, haben Greg und ich jeweils einen Spaten und ein altes Metallsieb in der Hand „Na dann mal los, viel Spass!“ sagt Michael. „Danke!“ sag ich ganz verdattert und schaufel los.

„Meinst Du wirklich, die wuerden uns hier suchen lassen, wenn es noch was zu finden gibt?“ frag ich Greg misstrauisch. So kann man auch die Touristen veraeppeln. „Meine Schwester hat schon so einige Steine hier gefunden.“ – „Oh!“ sag ich, Kopf runter und weiter geht’s! Es geht alles sehr systematisch vor, man schaufelt, tut’s in ein Sieb, laesst ein wenig Wasser drueber laufen und siebt schoen. „Oh wow!“ sag ich nach einer Weile Greg zugewandt „Ist das einer?“ Ich huepfe ganz ungeduldig von einem Bein auf’s andere. „Woher soll ich das wissen? Bestimmt nicht, oder?“ antwortet er mit krauser Stirn. Wir winken Michael rueber „Ist das ein Saphir?“ Er nimmt den kleinen Stein haelt ihn in Richtung Sonne und sagt „Ja, da habt ihr was gefunden und der Stein ist sogar gross genug, um ihn schneiden zu lassen. Was fuer eine schoene Farbe!“ Wir freuen uns wie kleine Kinder. Mensch, nun wird das ganze ja doch noch aufregend. Die naechste Stunde schaufel und sieb ich wie eine Bekloppte und wir finden sogar noch einen gelben Stein.

Nach einem wirklich aufregenden Tag fallen wir abends gluecklich und k.o. ins Bett! Morgen fahren wir im Kuehlwagen zurueck nach Mackay.

– Teil 2 –

Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass mich der blaue Saphir fuenf Jahre spaeter von einem Verlobungsring anglitzern wuerde.  🙂

Rubyvale (klickt hier) lohnt sich auf jeden Fall, wenn man Lust hat ein bisschen zu schaufeln und wenn nicht, kann man auch direkt in einen der vielen Saphirshops gehen und ein schon glitzerndes Schmuckstueck erwerben. Uns hat es auf jeden Fall viel Spass gemacht!

Sapphires

Sapphires (Photo credit: Taifighta)

Rubyvale – Gute Fahrt!

Es dauert ca. fuenf Stunden mit dem Auto von Mackay nach Rubyvale zu fahren. Wir fahren erst seit einer halben Stunde und mir ist jetzt schon eiskalt! Draussen ist es 36 Grad und im Auto gefuehlte Minus 10, aber die Klimaanlage sagt 23 Grad. Da bin ich mir nicht so sicher. Ich streiche mir abwechselnd mit der Hand ueber die Arme, zum warm rubbeln. „Was ist denn mit Dir los? Ist Dir kalt?“ „Noe“ flunker ich, „Ach vielleicht ein bisschen“ fuege ich leise hinzu, als ich die Gaensehaut auf meinem Arm betrachte.

„Aber Du bist doch Deutsch!“ krieg ich zur Antwort. Was ist das fuer ne doofe Aussage, darf man als Deutsche nicht frieren (wie ich mit den Jahren rausfinde, noe! 😉 )? Und damit werde ich dann fuer die restlichen 4,5 Stunden mit meiner Gaensehaut ignoriert. Ich bin froh, wenn wir mal zur Pipipause anhalten. Als wir aus dem Auto steigen ist es als wenn man direkt in eine Sauna eintritt. Durch die Luftfeuchtigkeit fuehlt es sich noch viel waermer an und die Haare werden gleich kringelig. „Los, lass uns was essen!“ sagt Greg als wir an der Tankstelle anhalten. „Was empfiehlst Du denn?“ frag ich. „Sandwich mit Haehnchen und Salat“ sagt er. „Ok!“

Er kommt mit einem riesen Sandwich zurueck: eine Scheibe Brot, dick Butter und Mayo, geschreddeter Eisbergsalat, geschreddeter Kaese, geschreddete Karotte, geschreddetes Haehnchen, rote Zwiebeln, und zwei riesen Scheiben rote Beete mit noch ner Scheibe Brot oben drauf. Ich mampfe so vor mich hin.“Und schmeckt’s?“ fragt er waehrend ich mit vollem Mund nicke. „Echt lecker! Die rote Beete schmeckt super auf dem Ding! Ich mochte die schon immer mit Koenigsberger Klopsen, aber auf Brot?“ – „Koenigsberger was?“ fragt Greg. „Schon gut“ sag ich und mampfe gluecklich weiter.

Mir graut’s vor der Weiterfahrt im „Kuehlwagen“, aber ich stehe es tapfer durch. Wir sehen so viele interessante Sachen, die rote Erde, wie man sie aus den Australienbuechern kennt, zwei halbe Haeuser auf einem riesigen LKW ziehen an uns vorbei. ‚Haeuser????‘ denk ich und spuck’s wohl schon aus bevor ich darueber nachdenke. „Ja, manche Leute ziehen mit ihrem Haus um.“ Witzig irgendwie. Es wird in zwei Haelften geteilt und los geht’s. Ob man den Braten im Ofen backen kann, waehrend der LKW ueber den Highway zischt? Noch ein riesiger LKW mit Kuehen hinten drin. „Das ist ein Road Train“(klick hier, um Fotos zu sehen) unterbricht Greg meine Gedanken. Wow, also die Groesse dieser Trucks ist wirklich ueberwaeltigend! Greg guckt angeekelt „Man muss aufpassen, wenn man hinter den Kuhtrucks faehrt, wenn die erstmal lospinkeln kommt der Scheibenwischer kaum mit“.

Und vor lauter Ekel vergesse ich wie kalt mir ist und wir haben es geschafft. Wir sind in Rubyvale!

– Teil 1 –

Drei Tage Regen und ich meine ich braeuchte Urlaub

Ich weiss nicht, ob Australien es wieder in die deutschen Nachrichten geschafft hat, abeRain picr es hat wieder mal geschuettet! Selbst der Regen ist hier anders als in Deutschland. Wenn es regnet, dann giesst es meist und es hoert ueberhaupt nicht wieder auf. Oft ist der Regen warm, was das Ganze mit Kindern schon wieder attraktiver macht, so dass man sich nicht bei jedem Gummistiefelspaziergang eine Grippe einholt. Aber Mensch, auch hier faellt einem die Decke auf den Kopf und die Kinder rennen fast die Waende hoch!

Es war draussen so duster die drei Tage, dass ich der Meinung war, der Winter ist da und die Sonne ist abgereist. Nach Deutschland naemlich, weil mir die meine Verwandten und Bekannten von ihren ersten Sonnenstrahlenerlebnissen erzaehlten. Und da fing ich an in Erinnerungen zu schwelgen, wie ich mit Wintermantel, Schal und roter Nase an der Nordsee spazieren ging und die ersten Sonnenstrahlen tankte. Ich kann schon fast die kalte Luft an den Wangen spueren und die Nordsee riechen; obwohl es so bitterkalt war, es hat doch etwas Besonderes. Meine liebste Jahreszeit ist der Herbst – den hab ich auch schon lange nicht mehr gesehen. Zuletzt als wir in Melbourne wohnten. Unsere Palmen hier sind immer gruen, das ist auch schoen, aber vier Jahreszeiten haben ihren Reiz.

Jahrelang hab ich mich gewundert warum wir Deutschen immer so ernst auf Bildern gucken, viele laecheln, aber keiner lacht so richtig mit „Zaehne zeigen“. Hier in Australien sieht man meistens die Beisserchen von allen und nun ueberlege ich, ob das Wetter die Stimmung in Deutschland so sehr drueckt, dass wir das „Lachen“ verlernt haben? Oder ist es unser „ernstes Wesen“? Wer weiss!?

Das ernste Laecheln konnte ich ablegen. Aber meinen Drang jeden sonnigen Tag rauszugehen nicht. Ich weiss nicht, ob es nur meine persoenliche Macke ist oder etwas typisch Deutsches? Ich muss sagen, hier wird es schon fast anstrengend, weil die Sonne sich meistens jeden Tag blicken laesst. Ein Regentag ist fast wie ein „Urlaub“, aber nach zwei Tagen hab ich dann auch die Nase voll und muss raus! 🙂

Ich wuensche Euch einen schoenen Fruehlingsanfang!

Na klar werden wir unsere Kinder zweisprachig erziehen! Oder doch nicht!?

Liegt doch auf der Hand, ich bin Deutsche, da muessen Kinderbuecherdie Kinder doch auch die Sprache lernen. Hmmmm…..aber die Grosseltern, Tanten, Onkels, Freunde, die Deutsch sprechen sind alle auf der anderen Seite der Welt . . . ich kann nur sagen, es ist nicht so einfach wie gedacht.

Als ich erst in Australien ankam hatten wir ja den „deutschen Sonntag“. Alle anderen Tage wurde Englisch gesprochen, damit ich irgendwann das australische Kauderwelsch mal verstehe – „Mission accomplished“ wie man so schoen sagt! Zehn Jahre spaeter und „Denglish“ ist manchmal das einzige was aus meinem Mund kommt, wenn ich versuche Deutsch zu sprechen, weil mir einfach die richtigen deutschen Worte nicht mehr einfallen. Einige Dinge kann ich auch nur auf Deutsch oder nur auf Englisch erklaeren, weil ich den Wortschatz in der anderen Sprache noch nie gebraucht habe. Ich traeum auf Englisch und fluche (nee, NIE!) auf Englisch, also alles was so zuerst in den Kopf schiesst ist heutzutage auf Englisch. Bei unseren Deutschlandbesuchen muss ich immer lachen, wenn ich Leute Sprichwoerter benutzen hoere. . . eines meiner lieblingswiederaufgeschnappten Woerter ist: Futschikato! das benutzt man hier nicht viel ;-).

Als wir dann nun unser erstes Kind bekommen haben, hab ich auch brav mit ihm auf Deutsch gesprochen. Dann war er zwei und hat noch immer nicht viel gesagt. Als typische erstmalige Mami, hab ich mir dann den Kopf zerbrochen woran das wohl liegen mag. „Vielleicht ist der Kleine ja einfach nur ganz verwirrt mit den Sprachen?!“ frag ich den Arzt, der antwortet „Bei zweisprachigen Kindern dauert es immer laenger, machen Sie sich keine Sorgen“. Aber klar hab ich mir Sorgen gemacht. Ich waere auch verwirrt, wir gehen in die Bibliothek und singen englische Kinderlieder, mit anderen Leuten redet Mama auch Englisch und wenn wir allein sind, quatscht sie immer so komisch! Naja, wie es meistens so ist, hab ich mir umsonst Sorgen gemacht, der Zwerg ist nun drei und redet und redet und redet. Meistens auf Englisch, aber „wichtige“ Dinge wie „Kann ich bitte einen Keks haben?“ oder „Oh Schokolade!“ und „Futschikato“ kommen einfach von der Zunge. 😉

Wir haben das Glueck das die kleine Bibliothek um die Ecke sogar ein paar deutsche Kinderbuecher hat. Ich kann den Kleinen immer nur schwer davon ueberzeugen deutsche Buecher mitzunehmen. Aber Mama nimmt sie trotzdem mit, waehrend er sich tausende von Dinosauerierbuechern aussucht. Letzte Woche sagte er „Mama, koennen wir zur Bibliothek gehen, ich moechte neue Dinobuecher?!“ – ich antworte „Dann musst Du aber einige Buecher zurureckgeben, damit wir neue ausleihen koennen“, worauf er (3) antwortet:

„Wir koennen alle Deine deutschen Buecher zurueckbringen!“

Ich musste nur lachen und erklaerte ihm dann, dass er naechste Woche mit Deutschunterricht anfangen wird, worauf er sagte:

„Nee Mama, das koennen wir ueben wenn ich aelter bin!“

Streiten auf Englisch kann so witzig sein!

Es ist nicht zu empfehlen, Sprichwoerter direkt zu uebersetzen! Irgendwann hab ich mal „Da haste den Salat!“ uebersetzt zu „There you’ve got your salad!“ und Greg hat nur zu lachen angefangen, weil es ueberhaupt keinen Sinn macht!

Andersrum hatten wir uns mal gut in den Haaren und auf einmal stampft Greg mit dem Fuss auf und ruft „Verdampft nochmal!“, da war auch der Streit beendet, weil ich vor Lachen am Boden lag!

Selbst unsere Streitereien enden meistens mit einem Lachen, vielleicht ist es also doch zu empfehlen Sprichwoerter zu uebersetzen! Ende gut, alles gut! 😉

Heart Reef

Heart Reef – Great Barrier Reef, Australien

Party time! Bring a plate, mate!

flat stack

(Photo credit: mickmarineau+ barbjensen)

„Du wir sind heute abend bei den Nachbarn eingeladen – Party time!“ sag ich zu Greg und fange an die Teller aus dem Kuechenschrank zu raeumen. Greg guckt mich total verdattert an, als ob ich sie nicht alle haette „Was machst Du denn mit den ganzen Tellern?“ „Ja, hab ich mich auch gewundert, aber stell Dir vor, die haben nicht genug Teller.“ sag ich und lass mich nicht von seinem komischen Blick irritieren. „Haeh?“ sagt er kopfschuettelnd und mit zerknittertem Gesicht vom krause Stirn ziehen.

Steph hat gesagt „Bring a plate, mate!(Bring einen Teller) Ich wusste ja dass sie Studenten sind, aber wuerde man dann nicht einfach Pappteller kaufen anstatt, dass alle Gaeste einen Teller mitbringen? Dachte wir bringen einfach all unsere Teller rueber, was meinst Du?“

Und wie so oft, haelt Greg sich den Bauch vor Lachen.

Das macht mich jetzt doch stutzig! „Was ist denn jetzt wieder so komisch?“ Aber er lacht so doll, da muss ich gleich mitlachen, obwohl ich gar nicht weiss, was eigentlich los ist. Als er dann endlich wieder Luft kriegt und sich die Traenen von den Wangen gewischt hat sagt er: „Wir sollen nur irgendwas zu Essen mitbringen – zum Teilen.“ Er kriegt den Satz kaum raus und wir lachen uns beide tot. Zum Glueck hat er mich vor der Peinlichkeit bewahrt.

Spaeter gehen wir mit unserem Schnittchenteller zur Party – als ob es immer schon so geplant gewesen waere. Ich erzaehle Steph von der witzigen Geschichte, als es an der Tuer klopft. Wird wohl der naechste Partygast sein. Steph oeffnet die Tuer und man sieht vor lauter Tellern gar nicht wer es ist. Steph und ich gucken uns an und schmeissen uns weg. „Zum Glueck hab ich nen australischen Freund!“ pruste ich.